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Hier informieren wir Sie regelmäßig über für Sie wichtige allgemeine, den Club oder die Golfanlage betreffende Angelegenheiten.

Günter Kiser und Alexander Burkhart im September 2011

Liebe Mitglieder,

sicher haben Sie in den vergangenen Wochen festgestellt, dass sich unsere Grüns nicht in dem perfekten Zustand befunden haben, den wir gewohnt sind, mittlerweile als selbstverständlich ansehen und den wir uns natürlich alle dauerhaft wünschten. Dies hat diverse Gründe, die wir Ihnen jetzt erläutern wollen. Wenn Sie in den letzten Tagen Golf gespielt haben, konnten Sie aber feststellen, dass wir, respektive die Grüns, „auf dem Weg der Besserung sind“ und Sie demnächst wieder auf perfekten Grüns werden putten können. Dennoch möchten wir Ihnen einige Erklärungen liefern und Ihr Bewusstsein sensibilisieren sowie um Ihre Geduld für ähnliche Situationen, die unweigerlich in dem einen oder anderen zukünftigen Golfjahr auftreten können – und gewiss werden – nachsuchen.

Auf unseren Grüns konnten Sie in den letzten Wochen ein breites Spektrum von Problemen sehen, welche einzeln für sich durch die Bank ziemlich simpel lösbar sind. Schwierig wurde es durch das Zusammentreffen mehrerer Handicaps und die Kombination vieler ungünstiger Umweltfaktoren. Und da wir auf gar keinen Fall einen chemischen Rundumschlag ausführen wollten, haben die Regenerationsmaßnahmen und die Gesundungsphase der Grüns einfach etwas Zeit benötigt. Bedingt durch die ungewöhnliche Hitze in August, der sehr hohen Luftfeuchtigkeit und den außergewöhnlich hohen Temperaturen in den Nächten (im Boden der Grüns konnten wir um 5 Uhr in der Früh teilweise 25 Grad messen) haben sich unser Grüns zu einem Treibhaus für Pilze entwickelt. So haben wir zwei Pilzarten „eingefangen“, die sich Dollar Spot nennen (die grauen 2-Euro-Münzen großen Flecken, die sich über das Vorgrün bis ins Grün ziehen), und den Red Thatch (rostig aussehende, rote Flecken), die uns das Leben schwer machen. Beide Pilze treten immer zur gleichen Zeit auf, haben aber normalerweise nicht so ein perfektes Wetter zum Wachsen und sind Ihnen in den vergangenen Jahren darum nicht einmal aufgefallen. Alle mechanischen und biologischen Gegenmaßnahmen, die gut gegen diese Schädlinge helfen, konnten auf Grund der Hitze nicht angewendet werden. Wenn genügend Nährstoffe durch gezieltes Düngen im Boden sind und frischer Sand durch Top-Dressen (leichtes Sanden) ausgebracht werden kann, dann hat man beide Probleme recht leicht im Griff. Logisch und für Sie sicher auch nachvollziehbar ist es, dass bei Temperaturen von über dreißig Grad das Gras beide Gegenmaßnahmen (Düngen und Sanden) nicht verträgt und es zu Verbrennungen am Rasen kommen würde. Wir mussten daher abwarten und konnten erst vorletzte Woche Stickstoff düngen und vergangene Woche top-dressen. Die chemische Keule hätte natürlich rasch geholfen, wobei das bei den hohen Temperaturen eventuell zu ähnlich großen Schäden hätte führen können. Der Einsatz von Fungiziden führt zudem leicht zu Resistenzen der Pilze und trägt rein gar nicht zur langfristigen Gesundheit unserer Grüns bei. Somit würde man das Problem nur ins nächste Jahr verschieben und zusätzlich noch verschlimmern. Das kann und darf nicht unser Ziel sein.

Ein weiteres Problem, das sich leider gleichzeitig ergeben hat und ebenso auf den wenigen Regen und die hohen Temperaturen zurückzuführen ist, sind sogenannte Trockenflecken auf den Grüns. Sie lassen sich leicht an den braunen, handtuchgroßen Stellen erkennen, in denen die Aerifizierlöcher nicht mehr zusammengewachsen sind. Die Herkunft von Trockenflecken ist wissenschaftlich immer noch nicht ganz eindeutig geklärt. Es handelt sich dabei wahrscheinlich ebenfalls um einen Pilz, der die Bodenoberfläche mit einer wachsartigen Schicht abdichtet und darum das Eindringen von Wasser zu den Wurzeln verhindert. Das Gras ist an diesen Stellen wird zwar braun, aber es lebt noch, denn die Graswurzeln bleiben intakt und sobald man das Problem an der Oberfläche löst, sind die Stellen innerhalb kürzester Zeit wieder grün. Wir benutzen dazu ein biologisches Mittel, das die wachsartige Schicht auflöst. Dies kann aber erst bei kühleren Temperaturen und ausreichendem Niederschlag punktuell ausgebracht werden. Hohe Temperaturen würde das Gras ebenfalls verbrennen lassen und eine zeitweilige Grünsbewässerung reicht nicht aus, die für die Entfaltung der Wirkung des Wetting Agent nötige Menge an Feuchtigkeit im gesamten Grün zu erreichen.

Zu all dem wurde der optische Eindruck noch verschlimmert, weil nach dem (unbedingt notwendigen!) Aerifizieren der Grüns Anfang August die Löcher aufgrund der unterschiedlichen Probleme nicht gleich wieder zugewachsen und somit kahle Stellen auf den Grüns verblieben sind.

Mittlerweile hat sich die Witterung zu unseren Gunsten verändert, alle Grünpflegemaßnahmen haben gegriffen und, wie Sie schon absehen können, werden unsere Grüns sich in wenigen Tagen wieder in dem Top-Zustand befinden, den wir und Sie erwarten.

Auf lange Sicht wird sich der Nicht-Einsatz von chemischen Mitteln auszahlen. Der Preis für dieses Umweltbewusstsein ist natürlich, dass oftmals eine sehr schnelle, kurzfristige Lösung einer Pilzproblematik nicht möglich ist. Man kann nur langfristige Strategien anwenden. Beispielsweise säen wir mittlerweile seit zwei Jahren – um gegen das sich gerade am störendsten auswirkende Problem, den Dollar-Spot, vorzugehen – eine spezielle Rasensorte nach, die sich nicht von dem Pilz angreifen lässt. Und so gibt es für alle Probleme, für Schädlinge und Schadpilze, spezielle und besondere Vorbeugemaßnahmen. Die Kunst des Greenkeepings besteht (neben Muster in die Fairways zu mähen) darin, jeweils die geeignete und optimale Methode zum richtigen Zeitpunkt auszuwählen. Bei allem Können jedoch und bei allem Engagement sind und bleiben wir von den Witterungsbedingungen abhängig, die wir nicht beeinflussen und gestalten können, sondern sie nur als einen wesentlichen Faktor sowohl beim Golfspiel selbst, und viel stärker noch beim Greenkeeping akzeptieren müssen.  

 

  Günter Kiser           Alexander Burkhart
Headgreenkeeper         Manager der Anlage

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Herr Hans Kiener im Sommer 2011

Ist das Golfspiel wirklich ein so gefährlicher Sport?

Die Golfregeln im derzeit gültigen Regelwerk werden in 3 Abschnitte untergliedert.
Abschnitt I Etikette – Verhalten auf dem Platz
Abschnitt II Erklärungen
Abschnitt III Regeln

Dieser Artikel beschäftigt sich mit Abschnitt I und hier speziell mit der Sicherheit auf dem Golfplatz.

„Spieler sollten sich vergewissern, dass niemand nahe bei ihnen oder sonst wie steht, dass ihn Schläger, Ball oder irgendetwas (wie Steine, Sand, Zweige etc.), was beim Schlag oder Schwung bewegt wird, treffen könnten, wenn sie einen Schlag oder Übungsschwung machen. Spieler sollten nicht spielen, bis die Spieler vor ihnen außer Reichweite sind.
Spieler sollten immer auf Platzarbeiter in ihrer Nähe und in Spielrichtung achten, wenn sie einen Schlag spielen, der diese gefährden könnte.
Schlägt ein Spieler einen Ball in eine Richtung, in der er jemanden treffen könnte, sollte er sofort eine Warnung rufen. Der übliche Warnruf in einer solchen Situation lautet „Fore“.“

Hier ist vielleicht noch hinzuzufügen, dass das richtige Verhalten nicht nur auf der Runde sondern überall auf der gesamten Anlage, ob Drivingrange, Übungsgrün etc. ein absolutes Muss darstellt.

Es gibt wohl keinen Golfer oder keine Golferin, vom Anfänger bis zum Profi, der diese über allem stehende Verhaltensweise nicht kennen oder bewusst dagegen verstoßen. Und doch ereignen sich täglich mehr oder weniger gefährliche Situationen, von denen die meisten vermieden werden könnten. Sicherlich auch einige nicht, aber die doch relativ selten vorkommenden Fälle müsste man unter Pech, Kismet oder Schicksal ablegen.

Hierzu vielleicht einige Beispiele, die alle auf unserer Anlage vorgekommen sind.

Ort Drivingrange: Spieler schlägt Ball, trifft das seitlich befindliche zum Schutz der Nachbarn hingestellte Metallgitter. Ball kommt zurück, trifft Spieler genau zwischen die Augen. Pech. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt für das Nähen der Platzwunde übte Mitglied noch am selben Tag weiter.

Ort Fairway Spielbahn 11: Spieler will nach einem zu kurzen Abschlag seinen zweiten Schlag übers Eck spielen und trifft den Stamm des dort stehenden Baumes. Ball kommt zurück und trifft Spieler, bzw. den neben ihm stehenden Mitspieler.

Ort Abschlag Spielbahn 14: Beim Abschlag bricht der Schlägerschaft und der Schlägerkopf fliegt unkontrolliert durch die Gegend.

Dies sind nur 3 Beispiele, was passieren kann und wogegen keiner, gleichgültig wie er sich verhält, gefeit ist. Hier ist einfach ein geringes, aber doch vorhandenes Restrisiko, dem sich ein Golfer bei der Ausübung seines geliebten Sportes, stellen muss.

Die Frage ist doch aber die, was kann der Club, die Spielleitung, die Platzsheriffs und jeder Einzelne tun um Unfälle oder Situationen, aus denen Unfälle durch Fehlverhalten entstehen, zu minimieren?

Ich glaube, dass viele Spieler im Ärger oder in der Euphorie ihres Spieles sich nicht bewusst sind, was einzelnes Fehlverhalten für Auswirkungen nach sich ziehen könnte.

Keiner sollte böse sein oder verschnupft reagieren, wenn er von wem auch immer, Mitspieler, Sheriff oder schon vor der Runde im Büro, auf nachstehendes Gefahrenpotential angesprochen wird.

Der mit häufigste Fehler ist wohl der, dass Mitspieler nicht auf gleicher Höhe oder sogar vor dem zu spielenden Ball stehen. Auch die Damen, deren Abschläge in der Regel ja vor den Herrenabschlägen sind setzen sich hier oft einer großen Gefahr aus. Es ist ja beabsichtigt, dass der Spieler seinen Ball in direkter Linie Richtung Fahne spielen will. Wie oft kommt es aber bei unserer „normalen Spielstärke“ vor, dass der Ball nicht richtig getroffen wird und unkontrolliert in irgendeine Richtung fliegt.

Dieses Risiko, von so einem Ball getroffen zu werden, kann jeder Einzelne für sich ausschliessen. Und wenn er gerade in Gedanken versunken sich falsch verhält, ist es nie ein Fehler ihn freundlich darauf aufmerksam zu machen ihn zu bitten zurückzukommen, um hinter dem zu spielenden Ball seinen weiteren Einsatz abzuwarten.

Ein anderer oft zu beobachtender Fehler ist das „zu frühe Nachspielen“. Der Vorflight ist möglicherweise langsamer als der eigene. Er ist 200 m vor uns. So weit komme ich sowieso nie. Just bei dem Schlag treffe ich den Ball optimal und er fliegt und fliegt. Die Freude darüber kann getrübt werden, wenn der vor mir Spielende getroffen wird.

Viel schlimmer ist eine solche Situation, wenn ein Spieler oder eine Spielerin bewusst zu früh nachspielt, um dem Vorflight anzuzeigen, wir sind hinter euch, beeilt euch, ihr seid zu langsam. Dies ist grob fahrlässig und wird generell mit einer Clubstrafe bestraft.

Die Liste könnte problemlos weitergeführt werden. Dem Artikelschreiber geht es aber nur darum jeden Einzelnen einfach mal wieder zu sensibilisieren. Du spielst nicht allein auf dem Platz. Achte auf deine Umgebung und die Personen die sich da aufhalten.

Und sollte trotz aller Vorsicht und Rücksichtnahme es zu einer mehr oder weniger brenzligen Situation kommen, so fällt keinem ein Zacken aus der Krone sich hierfür zu entschuldigen. Einen eigenen Fehler zugeben, ihn nicht bei anderen zu suchen, zeugt von Stärke und Verantwortungsbewusstsein.

Denkt immer wieder mal an diese Worte und allzeit ein schönes Spiel wünscht euch

Euer
Hans Kiener

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