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Herr Hans Kiener im Sommer 2011
Ist das Golfspiel wirklich ein so gefährlicher Sport?
Die Golfregeln im derzeit gültigen Regelwerk werden in 3 Abschnitte untergliedert. Abschnitt I Etikette – Verhalten auf dem Platz Abschnitt II Erklärungen Abschnitt III Regeln
Dieser Artikel beschäftigt sich mit Abschnitt I und hier speziell mit der Sicherheit auf dem Golfplatz.
„Spieler sollten sich vergewissern, dass niemand nahe bei ihnen oder sonst wie steht, dass ihn Schläger, Ball oder irgendetwas (wie Steine, Sand, Zweige etc.), was beim Schlag oder Schwung bewegt wird, treffen könnten, wenn sie einen Schlag oder Übungsschwung machen. Spieler sollten nicht spielen, bis die Spieler vor ihnen außer Reichweite sind. Spieler sollten immer auf Platzarbeiter in ihrer Nähe und in Spielrichtung achten, wenn sie einen Schlag spielen, der diese gefährden könnte. Schlägt ein Spieler einen Ball in eine Richtung, in der er jemanden treffen könnte, sollte er sofort eine Warnung rufen. Der übliche Warnruf in einer solchen Situation lautet „Fore“.“
Hier ist vielleicht noch hinzuzufügen, dass das richtige Verhalten nicht nur auf der Runde sondern überall auf der gesamten Anlage, ob Drivingrange, Übungsgrün etc. ein absolutes Muss darstellt.
Es gibt wohl keinen Golfer oder keine Golferin, vom Anfänger bis zum Profi, der diese über allem stehende Verhaltensweise nicht kennen oder bewusst dagegen verstoßen. Und doch ereignen sich täglich mehr oder weniger gefährliche Situationen, von denen die meisten vermieden werden könnten. Sicherlich auch einige nicht, aber die doch relativ selten vorkommenden Fälle müsste man unter Pech, Kismet oder Schicksal ablegen.
Hierzu vielleicht einige Beispiele, die alle auf unserer Anlage vorgekommen sind.
Ort Drivingrange: Spieler schlägt Ball, trifft das seitlich befindliche zum Schutz der Nachbarn hingestellte Metallgitter. Ball kommt zurück, trifft Spieler genau zwischen die Augen. Pech. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt für das Nähen der Platzwunde übte Mitglied noch am selben Tag weiter.
Ort Fairway Spielbahn 11: Spieler will nach einem zu kurzen Abschlag seinen zweiten Schlag übers Eck spielen und trifft den Stamm des dort stehenden Baumes. Ball kommt zurück und trifft Spieler, bzw. den neben ihm stehenden Mitspieler.
Ort Abschlag Spielbahn 14: Beim Abschlag bricht der Schlägerschaft und der Schlägerkopf fliegt unkontrolliert durch die Gegend.
Dies sind nur 3 Beispiele, was passieren kann und wogegen keiner, gleichgültig wie er sich verhält, gefeit ist. Hier ist einfach ein geringes, aber doch vorhandenes Restrisiko, dem sich ein Golfer bei der Ausübung seines geliebten Sportes, stellen muss.
Die Frage ist doch aber die, was kann der Club, die Spielleitung, die Platzsheriffs und jeder Einzelne tun um Unfälle oder Situationen, aus denen Unfälle durch Fehlverhalten entstehen, zu minimieren?
Ich glaube, dass viele Spieler im Ärger oder in der Euphorie ihres Spieles sich nicht bewusst sind, was einzelnes Fehlverhalten für Auswirkungen nach sich ziehen könnte.
Keiner sollte böse sein oder verschnupft reagieren, wenn er von wem auch immer, Mitspieler, Sheriff oder schon vor der Runde im Büro, auf nachstehendes Gefahrenpotential angesprochen wird.
Der mit häufigste Fehler ist wohl der, dass Mitspieler nicht auf gleicher Höhe oder sogar vor dem zu spielenden Ball stehen. Auch die Damen, deren Abschläge in der Regel ja vor den Herrenabschlägen sind setzen sich hier oft einer großen Gefahr aus. Es ist ja beabsichtigt, dass der Spieler seinen Ball in direkter Linie Richtung Fahne spielen will. Wie oft kommt es aber bei unserer „normalen Spielstärke“ vor, dass der Ball nicht richtig getroffen wird und unkontrolliert in irgendeine Richtung fliegt.
Dieses Risiko, von so einem Ball getroffen zu werden, kann jeder Einzelne für sich ausschliessen. Und wenn er gerade in Gedanken versunken sich falsch verhält, ist es nie ein Fehler ihn freundlich darauf aufmerksam zu machen ihn zu bitten zurückzukommen, um hinter dem zu spielenden Ball seinen weiteren Einsatz abzuwarten.
Ein anderer oft zu beobachtender Fehler ist das „zu frühe Nachspielen“. Der Vorflight ist möglicherweise langsamer als der eigene. Er ist 200 m vor uns. So weit komme ich sowieso nie. Just bei dem Schlag treffe ich den Ball optimal und er fliegt und fliegt. Die Freude darüber kann getrübt werden, wenn der vor mir Spielende getroffen wird.
Viel schlimmer ist eine solche Situation, wenn ein Spieler oder eine Spielerin bewusst zu früh nachspielt, um dem Vorflight anzuzeigen, wir sind hinter euch, beeilt euch, ihr seid zu langsam. Dies ist grob fahrlässig und wird generell mit einer Clubstrafe bestraft.
Die Liste könnte problemlos weitergeführt werden. Dem Artikelschreiber geht es aber nur darum jeden Einzelnen einfach mal wieder zu sensibilisieren. Du spielst nicht allein auf dem Platz. Achte auf deine Umgebung und die Personen die sich da aufhalten.
Und sollte trotz aller Vorsicht und Rücksichtnahme es zu einer mehr oder weniger brenzligen Situation kommen, so fällt keinem ein Zacken aus der Krone sich hierfür zu entschuldigen. Einen eigenen Fehler zugeben, ihn nicht bei anderen zu suchen, zeugt von Stärke und Verantwortungsbewusstsein.
Denkt immer wieder mal an diese Worte und allzeit ein schönes Spiel wünscht euch
Euer Hans Kiener
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